Persönliches Budget: Mehr Freiheit – oder unterschätztes Risiko?

Das Persönliche Budget klingt nach Freiheit.

Nach Selbstbestimmung.

Nach Kontrolle über die eigene Assistenz.

Und ja – das ist es auch.

Aber: Viele unterschätzen die Risiken. Besonders im Arbeitgebermodell.

Wenn Sie das Persönliche Budget nach dem SGB IX nutzen möchten, sollten Sie wissen, worauf Sie sich wirklich einlassen.


Was das Persönliche Budget wirklich bedeutet

Das Persönliche Budget (§ 29 SGB IX) ersetzt klassische Sachleistungen durch Geldleistungen.

Sie entscheiden:

  • Wer unterstützt Sie?

  • Wann findet Assistenz statt?

  • Wie wird Ihre Teilhabe organisiert?

Das klingt gut. Und das ist es auch – wenn es richtig umgesetzt wird.

Doch genau hier passieren die meisten Fehler.


Arbeitgebermodell: Maximale Freiheit – maximale Verantwortung

Im Arbeitgebermodell stellen Sie Ihre Assistenzkräfte selbst ein.

Sie sind:

  • Arbeitgeber

  • Vertragspartner

  • Lohnzahler

  • Verantwortlich für Sozialabgaben

  • Zuständig für Arbeitsrecht

Viele Antragsteller hören nur:

„Maximale Kontrolle.“

Was oft verschwiegen wird:

Die realen Gefahren im Arbeitgebermodel

  1. Fehlerhafte Arbeitsverträge

  2. Scheinselbstständigkeit

  3. Falsche Abrechnung von Sozialversicherungsbeiträgen

  4. Haftungsrisiken bei Arbeitsunfällen

  5. Konflikte bei Kündigungen

  6. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

  7. Urlaubsansprüche korrekt berechnen

Ein kleiner Fehler kann teuer werden.

Das Persönliche Budget schützt Sie nicht vor arbeitsrechtlicher Verantwortung.


Praxisbeispiel: Wenn Freiheit plötzlich Stress bedeutet

Herr K. wollte maximale Selbstbestimmung.

Er entschied sich für das Arbeitgebermodell.

Drei Monate später:

  • Zwei Krankmeldungen gleichzeitig

  • Keine Vertretungsregelung

  • Unklare Stundenaufzeichnungen

  • Diskussion mit dem Rentenversicherungsträger

Er hatte Freiheit – aber keinen Plan.

Selbstbestimmung ohne Struktur wird schnell zur Belastung.


Dienstleistungsmodell: Weniger Risiko, mehr Sicherheit

Im Dienstleistungsmodell beauftragen Sie einen professionellen Anbieter.

Sie behalten Entscheidungsfreiheit, aber:

  • Der Dienst kümmert sich um Personal

  • Verträge sind rechtssicher

  • Abrechnung erfolgt korrekt

  • Vertretung ist geregelt

  • Haftung liegt beim Dienst

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Gerade bei höherem Assistenzbedarf ist dieses Modell oft die stabilere Lösung.

Warum viele das Persönliche Budget falsch beantragen

Ein häufiger Fehler beim Antrag Persönliches Budget:

  • Keine klare Bedarfskalkulation

  • Keine realistische Stundenplanung

  • Kein Risikokonzept im Arbeitgebermodell

  • Unterschätzung von Verwaltungspflichten

Das Budget wird individuell verhandelt.

Wer unvorbereitet erscheint, riskiert zu geringe Bewilligungen.

Weitere Informationen zum gesetzlichen Rahmen finden Sie hier:

👉 § 29 SGB IX beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales

👉 Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB)


Selbstbestimmung heißt auch: Verantwortung kennen

Das Persönliche Budget ist ein starkes Instrument für mehr Teilhabe.

Aber es ist kein Selbstläufer.

Selbstbestimmung bedeutet:

  • Informierte Entscheidung

  • Klare Struktur

  • Realistische Kalkulation

  • Kenntnis arbeitsrechtlicher Risiken

Besonders im Arbeitgebermodell gilt:

Wer Verantwortung übernimmt, sollte vorbereitet sein.


Ihr nächster Schritt

Sie überlegen, das Persönliche Budget zu beantragen?

Oder Sie stecken bereits im Arbeitgebermodell fest und spüren die Belastung?

Dann holen Sie sich Klarheit.

👉 Lassen Sie Ihren individuellen Anspruch prüfen

👉 Erarbeiten Sie eine sichere Strategie

👉 Vermeiden Sie kostspielige Fehler

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Selbstbestimmung beginnt mit Wissen.

Und mit der richtigen Begleitung.