Die wichtigste Frage beim Persönlichen Budget…

Fast jeder Antragsteller stellt sich dieselbe Frage: Wie hoch ist das Persönliche Budget eigentlich?
Die Antwort lautet: Es gibt keine pauschale Summe. Die Höhe richtet sich immer nach dem individuellen Unterstützungsbedarf.Das Persönliche Budget ersetzt bestehende Sachleistungen. Deshalb orientiert sich die Höhe an den Kosten der Leistungen, die ansonsten von einem Dienstleister erbracht würden.

Grundlage der Berechnung

Die Budgethöhe ergibt sich aus mehreren Faktoren:

  • individueller Assistenzbedarf
  • Anzahl der benötigten Stunden
  • Qualifikation der Assistenz
  • Kosten der entsprechenden Sachleistung
  • regionale Vergütungssätze

Die zentrale Frage lautet also nicht: Wie viel Geld bekomme ich?

Sondern: Welche Unterstützung benötige ich für eine gleichberechtigte Teilhabe?

Typische Budgethöhen in der Praxis

Die tatsächliche Höhe kann stark variieren. Beispiele aus der Praxis:

  • Arbeitsassistenz: ca. 800 – 2.500 € monatlich
  • Assistenz im Alltag: 2.000 – 6.000 € monatlich
  • 24-Stunden-Assistenz: deutlich höher möglich

Diese Werte sind nur Beispiele. Entscheidend ist immer der individuelle Bedarf.

Warum viele Budgetbeträge zu niedrig angesetzt sind

Viele Anträge scheitern nicht am Anspruch, sondern an einer unklaren Bedarfsermittlung.

Typische Probleme:

  • fehlende Stundenkalkulation
  • unzureichende Beschreibung des Unterstützungsbedarfs
  • keine klare Tagesstruktur
  • fehlende Vorbereitung auf die Budgetkonferenz

Gerade hier entstehen häufig deutlich zu niedrige Budgetbeträge.

Besonderheit beim Arbeitgebermodell

Wer Assistenzkräfte selbst anstellt, muss zusätzliche Kosten berücksichtigen:

  • Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Vertretungsregelungen
  • Verwaltungskosten

Diese Faktoren werden in vielen Anträgen unterschätzt.

Wird die Kalkulation nicht korrekt erstellt, kann das Budget im Arbeitgebermodell schnell zu knapp werden.

Praxisbeispiel

Eine Antragstellerin benötigte Assistenz für:

  • Mobilität
  • Haushalt
  • Begleitung zu Terminen

Der erste Antrag sah lediglich 12 Stunden pro Woche vor.

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Nach genauer Analyse des Tagesablaufs ergab sich ein tatsächlicher Bedarf von 28 Stunden pro Woche.

Das bewilligte Budget wurde daraufhin deutlich angepasst.

Beispiele für die Höhe des Persönlichen Budgets

Die Höhe des Persönlichen Budgets hängt immer vom individuellen Assistenzbedarf ab. Die folgende Tabelle zeigt typische Beispiele aus der Praxis. Die Werte dienen nur zur Orientierung.

Assistenzbedarf Stunden pro Woche Stunden pro Monat Durchschnittlicher Stundensatz Monatliches Budget (Beispiel)
Arbeitsassistenz 10 Stunden ca. 40 Stunden 25 € ca. 1.000 €
Assistenz im Alltag 20 Stunden ca. 80 Stunden 25 € ca. 2.000 €
Umfangreiche Assistenz 40 Stunden ca. 160 Stunden 25 € ca. 4.000 €
Intensive Assistenz 60 Stunden ca. 240 Stunden 25 € ca. 6.000 €
24-Stunden Assistenz 168 Stunden ca. 720 Stunden 25 € ca. 18.000 €

Fazit

Die Höhe des Persönlichen Budgets hängt immer vom individuellen Assistenzbedarf ab.

Eine sorgfältige Bedarfsermittlung und realistische Stundenkalkulation sind entscheidend dafür, dass das Budget tatsächlich ausreicht.

Besonders im Arbeitgebermodell müssen zusätzliche Kosten berücksichtigt werden.

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