Stundenkalkulation beim Persönlichen Budget – So berechnen Sie Ihren realen Bedarf korrekt

Zitierfähige Definition
Die Stundenkalkulation beim Persönlichen Budget nach § 29 SGB IX beschreibt die nachvollziehbare Ermittlung des individuellen Assistenzbedarfs in Wochen- oder Monatsstunden zur Sicherstellung der Teilhabe.
Warum viele Budgets zu niedrig bewilligt werden
Die häufigsten Fehler:
- Schätzung statt strukturierter Analyse
- Keine Berücksichtigung von Ausfallzeiten
- Kein Vertretungskonzept
- Arbeitgebernebenkosten vergessen
- Alltagsbedarf zu allgemein beschrieben
Das Ergebnis: Kürzungen in der Budgetkonferenz.
So ermitteln Sie Ihren Assistenzbedarf strukturiert
1. Tagesanalyse durchführen
Dokumentieren Sie einen typischen Tagesablauf:
- Morgenroutine
- Arbeits- oder Ausbildungsbegleitung
- Haushaltsführung
- Mobilität
- Abendroutine
2. Minuten in Stunden umrechnen
Addieren Sie realistische Zeitwerte. Keine Idealwerte.
3. Wochenhochrechnung erstellen
Rechnen Sie alle Tage der Woche ein – inklusive Wochenenden.
Beispielrechnung
Morgenunterstützung: 60 Minuten täglich
Arbeitsbegleitung: 4 Stunden an 5 Tagen
Abendunterstützung: 45 Minuten täglich
Berechnung:
- Morgen: 7 Stunden/Woche
- Arbeit: 20 Stunden/Woche
- Abend: 5,25 Stunden/Woche
Zwischensumme: 32,25 Stunden/Woche
Vertretungszuschlag
Bei Arbeitgebermodell müssen Ausfälle eingeplant werden.
Realistisch: +10–15 % Sicherheitszuschlag.
Gesamtbedarf: ca. 36–37 Stunden/Woche
Besondere Vorsicht im Arbeitgebermodell
Hier entstehen zusätzliche Risiken:
- Lohnfortzahlung bei Krankheit
- Urlaubsansprüche
- Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung
- Ausfall bei Kündigung
- Verwaltungsaufwand
Wer diese Faktoren nicht einrechnet, riskiert eine Unterfinanzierung.
Dienstleistungsmodell – Kalkulatorisch stabiler
Beim Dienstleistungsmodell sind:
- Vertretungen organisiert
- Arbeitgeberrisiken ausgelagert
- Verwaltungskosten einkalkuliert
Die Kalkulation ist häufig planbarer.
Typische Fehler in der Budgetkonferenz
- Nur Durchschnittswerte nennen
- Keine schriftliche Berechnung vorlegen
- Arbeitgebermodell ohne Risikoanalyse vertreten
- Keine Begründung mit Teilhabezielen
Rechtliche Grundlage
Fazit
Eine saubere Stundenkalkulation entscheidet über die wirtschaftliche Tragfähigkeit Ihres Persönlichen Budgets.
Gerade im Arbeitgebermodell ist eine realistische Berechnung zwingend erforderlich.
Wer strategisch rechnet, verhandelt besser.
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